Health

Der Gesundheitssektor gehört zu einem der vielversprechendsten Wachstumsmärkten in Deutschland und Europa. Der Markt wird bestimmt durch demografische Entwicklungen, die stetige Zunahme chronischer Erkrankungen, immensen Kostendruck und hohen Einsparungspotenzialen.

Mit fortschreitender Digitalisierung der Gesellschaft und dem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein werden Faktoren gesehen, die den Weg für digitale Lösungsansätze ebnen. So ist längst nicht mehr die Frage, ob diese Entwicklung kommt, sondern mit welcher Geschwindigkeit sie erfolgt. Die Entwicklung wird im eHealth Segment von den Konsumenten und Herstellern der Medizintechnik forciert und sukzessive von anderen Akteuren wie Krankenkassen aufgenommen. Der Begriff eHealth wird dabei allerdings häufig auch weiter gefasst im Sinne einer vernetzten Denkweise durch den verstärkten Einsatz von Kommunikations- und Informationstechnologien, die dazu beitragen, die gesamte Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Die Einsatzgebiete sind beeindruckend. Sie reichen von Telehealth (telemedizinischer Konsultationen, wenn räumliche Entfernung einen der kritischen Faktoren darstellt) über Electronic Health Record bzw. Personal Health Record (die Erfassung persönlicher Gesundheitsdaten einer Person bzw. einer personalisierten Gesundheitsakte) bis zum Health Information Exchange (den Austausch von Akteuren wie Krankenhäuser, Arztpraxen und Kostenträgern). Insbesondere in der zuletzt genannten Makroebene, also bei der Verknüpfung von Netzinfrastrukturen vorhandener digitaler Angebote mit sektorenübergreifendem Informationsfluss, wird großes Innovationspotenzial vermutet. Einhalt gebieten hier in vielfacher Hinsicht regulative Bestimmungen und Bedenken zum Datenschutz.

Die Dynamik und die Vorteile der bereits bestehenden Applikationen im Bereich des mobilen Monitorings von Vitaldaten erreichen von Jahr zu Jahr höhere Marktdurchdringungen infolge ungebremster Verbraucherakzeptanz. Mobile Health ist aktuell der Wachstumstreiber. Gezielte Monitoring Apps (bspw. zur regelmäßigen Messung des Blutzuckerspielgels bei Diabetes) helfen dabei, die Therapiemaßnahmen in einem Ausmaß zu individualisieren, wie dies früher aufgrund fehlender Datensätze nicht möglich war. Auch werden sich aufgrund der umfangreicheren Datenerhebung und -analyse aus medizinischer Sicht noch bessere Prognosemöglichkeiten und Ursache-/Wirkungsbeziehungen über den Krankheitsverlauf ableiten lassen.

Der Gesundheitsbereich erreicht dabei auch durch Einbringung von Innovationen aus anderen technologischen Schlüsselbereichen für die Medizintechnik permanent höhere Entwicklungsstufen (bspw. heutige Möglichkeiten der Diagnose durch Weiterentwicklungen von bildgebenden Verfahren wie MRT/CT).

Zukünftige Entwicklungen werden die Krankenhäuser von morgen nicht außer Acht lassen können. Mit der Einführung und Umsetzung digitaler Instrumente werden Arbeitsabläufe, Geschwindigkeit sowie die Behandlungsqualität deutlich verbessert. Hier fehlt es oft noch an Mut und den erforderlichen hohen investiven Mitteln. So gilt es das immense Wertschöpfungspotenzial noch zu heben.

Cluster Gesundheitswirtschaft

Im Gegensatz zu größeren Unternehmen verfügen KMU oftmals nicht über die finanziellen, organisatorischen und personellen Ressourcen um ihre innovativen Geschäftskonzepte im Bereich der Gesundheitswirtschaft angemessen umsetzen zu können. Der Bund und die Länder Berlin, Brandenburg sind sich hinsichtlich der Bedeutung der jungen und mittelständischen Technologieunternehmen aus diesem Bereich für die Innovationskraft und die Zukunftsgestaltung bewusst.

Für Startups und KMU in der Region Berlin-Brandenburg, die im Bereich der Gesundheitswirtschaft ihre innovativen Ansätzen verfolgen, gibt es eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten.

Im Rahmen der gemeinsamen Innovationsstrategie Berlin Brandenburg (innoBB) wurde länderübergreifend u.a. das Cluster „Gesundheitswirtschaft“ identifiziert, um innovative Entwicklungen in diesem Segment gezielt zu unterstützen.